Naturseife herstellen

Man sieht sie seit einiger Zeit überall: handgemachte Seifen. Teilweise sehen sie wie kleine Kunstwerke aus, oder wie leckere Desserts, die man direkt vernaschen möchte. Klar, dass ich da mitmischen will!

Von Haus aus kannte ich Seife nur als penetrant nach Blumen riechendes, günstiges Mittel, um sich die Hände zu waschen. Aber da wurde sie schon zeitig von Flüssigseife ersetzt. Dem Hype um die „neue“ Naturseife konnte ich mich dann nicht so ganz entziehen und kaufte online verschiedene Produkte ein. Eine Haarseife, eine Aktivkohleseife für fettige Haut, eine cremige Seife für trockene Haut und eine mit Peeling-Effekt.

Obwohl dieser Versuch fehlgeschlagen ist – denn keine der Seifen konnte mich überzeugen, blieb der Wunsch, es einmal selbst zu probieren! Eines lauen Herbstabends, vorm Kaminfeuer, habe ich mir dann mal dieses Buch hier bestellt:

„Naturseife selber machen“ von Barbara Freyberger. Auswahl gibt es da ja wahrlich genug und ich habe mich auf Grund einiger Bewertungen schlussendlich für dieses Buch entschieden. Es lässt sich gut lesen und beantwortete alle meine Anfänger Fragen. Natürlich musste dann SOFORT das Projekt in Angriff genommen werden, und ich brauchte noch Laugenpulver und einige ätherische Öle für meinen ersten Versuch! Die findet man ja überall im Internet, aber ich habe schon vor über 10 Jahren Sachen bei Omikron https://www.omikron-online.de bestellt, und so habe ich das dieses Mal auch wieder gemacht.

Jetzt soll man ja eigentlich als Anfänger einem Rezept folgen – und davon findet ihr viele schöne Varianten in diesem Buch. Auch was Düfte angeht. Oft wird aber auch Palmfett verwendet – wer das aus ethischen Gründen nicht tun will, der muss eben rechnen. Eine Tabelle mit Verseifungszahlen befindet sich ja aber glücklicherweise auch im Buch! Und schon war mein Ehrgeiz geweckt- ich hatte noch Olivenöl herumstehen, das ich nicht verbrauchen würde bis es dann zu alt wäre, eine kleine Menge selbst gepresstes Walnussöl aus einem Versuch. Aber ich hatte für den Versuch alte Nüsse genommen und das Öl schmeckte nicht besonders gut. Außerdem ein Rest Kürbiskernöl, der vor knapp 3 Jahren schon unseren Umzug in die Neue Wohnung mitgemacht hatte…. Nundenn, ich fing also an zu rechnen und schrieb sogleich mein erstes eigenes Seifenrezept!

Immer sauber ausrechnen!

Was soll ich sagen: mit den guten Tips und Anleitungen aus dem Buch, der Tabelle mit den Verseifungszahlen und einer gehörigen Portion Mut konnte ich nach etwa 2h Gesamtzeit meine erste Seife zum Erkalten und Erstarren wegstellen!

Das Schlimmste kommt dann zum Schluss: die „fertige“ Seife muss nun ca 6 Wochen ruhen, damit sie fertig verseift und keine „freie“ Lauge mehr unterwegs ist. Würdet ihr sie vorher benutzen, würde das zu fiesen Hautirritationen führen, denn es wäre in etwa so als würdet ihr euch mit einem hochkonzentrierten Industrie- oder Tankreiniger die Hände oder gar das Gesicht waschen. Das kann böse ausgehen! Wärend dieser unendlich scheinenden Wartezeit erfüllt eure Seife dann aber den Raum in dem sie lagert, mit ihrem prächtigen Duft.

Förmchen machen das Leben manchmal leichter.

Meine Seife aus Kokosöl, Jojobaöl, Olivenöl, Kürbiskernöl, Walnussöl sowie ätherischem Wacholder-, Salbei-, und Lavendelöl duftete ganz wunderbar und ist für einen ersten Versuch und auch noch direkt frei zusammengestellt wirklich gut gelungen! Da man recht viel Seife aus so einer Session bekommt, muss man das neue Hobby dann aber eine Weile „auf Eis“ legen…. oder aber man verteilt die Seife im Freundeskreis, verkauft sie… und kann sogleich weiter munter Seife sieden und mit Düften und Ölen experimentieren!

Übrigens, wenn ihr die Seife nicht in einen Block, sondern in diese netten Förmchen gießen wollt, die gibt es hier – aber natürlich gibt es da mittlerweile einen riesigen Markt! Und im Prinzip geht alles aus Silikon, das auch für Kuchen und Pralinen gedacht ist.

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